Literaturfenster Österreich | Widerständiges Schreiben und Sprechen
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Widerständiges Schreiben und Sprechen

E

 

lfride Jelinek und Herta Müller, zwei Literaturnobelpreisträgerinnen, positionieren sich mit ihrer Haltung, ihrer Sprache, in ihrem Schreiben in Stellungnahmen, Reden, Essays.

 

Eine intensive Begegnung mit Elfriede Jelinek erfuhr ich beim Rezensieren des Jahrbuches der Jelinek-Foschungsplattform (Praesens-Verlag, 2015; etcera Heft 63/2016). Im vorliegenden Buch „Schreiben als Widerstand“ stehen Elfiede Jelinek und Herta Müller im Fokus. Welche Gemeinsamkeiten vereint beiden Autorinnen? Da sind zunächst rumänische Wurzeln und die Auszeichnung mit Literaturnobelpreisen: Elfriede Jelinek 2004 und Herta Müller 2009.

In Schwerpunktthemen: -Politische Kontexte-, -Österreich-Rumänien-, -Sprache, Politik, Subversion-, Totalitarismus und Repression-, -Gewalt und Tabus-, werden die Autorinnen miteinander in Beziehung gesetzt.  Reden, Essays und Stellungnahmen von Jelinek und Müller implizieren Haltungen und ihre öffentliche Positionierung. Immer wieder wird Kritik laut an den Machtverhältnissen, der Ungleichheit und Ausgrenzung ( von Minderheiten). Widerständiges Schreiben und Sprechen wurde in Rumänien und Österreich sanktioniert, Jelinek sogar als „Nestbeschmutzerinnen“ bezeichnet. „Ich bin im Grunde ständig tobsüchtig“ sagt Jelinek in einem Interview 1996 in Hamburg (Theaterstück „Stecken, Stab und Stangl) und kritisiert Verharmlosungen.

Der Band dokumentiert ein interdisziplinär angelegtes Projekte der Forschungsplattform Elfriede Jelinek und des Elfriede Jelinek-Forschungszentrum 2015-2017, enthält Textbeiträge internationaler Autorinnen und die Ergebnisse dreier Symposien in Wien, Bukarest und Temeswar. Beigefügte Audio-CD ermöglicht mit verdichteten Hörtexteb persönliche Zugänge. Die angebotenen Schwerpunkte laden dazu ein, sich intensiv im einzelnen Aspekten  auseinander zu setzen. Für LiteraturwissenschaftlerInnen und literarisch Interssierte gleichermaßen eine Bereicherung!

Cornelia Stahl

Die Rezension erschien in: etcetera Nr.70/2017.

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