Literaturfenster Österreich | Jonis Hartmann: Bordsteinsequenzen
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Jonis Hartmann: Bordsteinsequenzen

P

latz finden in der Gesellschaft

Sequenzen sind räumliche, zeitliche oder gedankliche Abfolgen/Einheiten, im Film, in der Musik, in der Mathematik. In „Bordsteinsequenzen“ stellt Jonis Hartmann gedankliche Sequenzen vor. In drei Kapiteln wagen sie „den Blick von unten schräg auf die Welt“ (Jan Kulbrodt).

Mittendrin tauchen Sujets von Hafenstädten auf „Wo man sich trifft/ Wenn man Ufos gesehen hat“-„Ein Hafen in jedem Mädchen“. Redewendungen korrespondieren mit Sehnsüchten, wie dem  Ankommen (im Hafen, Beziehungen eingehen), dem Wunsch, getragen zu werden. „Würdest du mich tragen?/ Spring auf aber/Berühr mich nicht“(S.13). Eine verbindliche Unverbindlichkeit grundiert die lyrischen Texte, erinnert an Einträge in digitalen Netzwerken. „Bordsteinsequenzen“, so der Titel des Gedichtbandes, lässt an Bordsteingrenzen denken, an Begrenzungen-  räumliche und gedankliche. „Nachts“: Alle Plätze belegt/Die Zelte dicht die/ Stühle angekettet an/ fungiert als Metapher oder Möglichkeit, Platz zu finden in der Gesellschaft.

Jonis Hartmann, Architekt und Essayist, Jahrgang 1982, Mitorganisator der internationalen Hamburger Lesereihe „Hafenlesung“, erhielt 2014 den Hamburger Förderpreis für Literatur.

Die Rezension erschien in: bn-bibliotheksnachrichten Salzburg 1/2017.

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