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Hans Schweikart: Es wird schon nicht so schlimm.

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ans Schweikart: Es wird schon nicht so schlimm.

Herausgegeben von Carsten Ramm. Berlin: Verbrecher-Verlag. Zweite Auflage, 2015.

Die Geschichte einer tragisch endenden Ehe zur Zeit der Judenverfolgung  

Filmfans kennen Kurt Maetzigs DEFA-Film „Ehe im Schatten“ von 1947. Der Vospann verweist auf die Filmvorlage: nach einer Novelle von Hans Schweikart. Diese Erzählung wurde  2014 erstmalig veröffentlicht. Anhand des Schauspielerehepaares Lilly und Gregor Maurer wird die Geschichte der Judenverfolgung während des NS-Zeit, speziell die in einer Mischehe lebenden Personen, erzählt.  

Schweikarts Novelle beginnt mit Andeutungen und Veränderungen im Berliner Alltag um das Jahr 1933. Juden erhalten Spielverbot am Theater, gelten als „untragbar“. Befreundete Theaterkollegen beobachten den Umbruch von außen, denken zunächst, alles geht vorüber. Mit Ausweitung der Machtbefugnisse der Nationalisten gerät auch die Karriere von Gregor Maurer ins Wanken. Man rät ihm zur Scheidung von seiner jüdischen Ehefrau Lilly. Doch dieser entscheidet sich für Frau und Kind, will sie auf keinen Fall der Deportation überlassen.

1941 wählt das Ehepaar Maurer den Freitod. Maetzig verarbeitet im Film die Geschichte seiner Mutter, ebenfalls Jüdin und in einer Mischehe lebend, die Suizid beging. Schweikart erzählt ohne Pathos, in kurzen Sätzen. Berührend!   

Empfehlenswert!

Cornelia Stahl

 

(erschienen in: bn-bibliotheksnachrichten, 3/2017).

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