Literaturfenster Österreich | Brunner öffnet sein „Textlabor“
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Brunner öffnet sein „Textlabor“

H

elwig Brunner, Lyriker und präziser Beobachter, Teilnehmer der Poesiegalerie 2018 blickt auf zehn Gedichtbände zurück!

Letzerer trägt den Titel: Denkmal für Schnee (2015).
Der aktuelle Band gibt in 15 essayistisch angelegten Kapiteln Einblicke in Brunners´ Schreib- undGedankenwelt. Lesen und Hören, insbesondere das Zuhören, sind Grundvoraussetzungen fürGeschriebenes, so Brunner. Das Sehen rückt in den Fokus: Landschaften, Schneefarben, Fotografien. Aber auch von Sehschwächen, von Identität, Körperwärme und Seinsschwächen istweiters die Rede, und von Aprikosen.

Brunner überrascht, unterläuft Erwartungshaltungen, bezieht sich auf Lektüre von Autoren/Autorinnen wie Herta Müller, Hans Magnus Enzensberger, Julian Schutting und anderen: „Sie sprechen, als wäre es ihr letzter Satz, der einem erlaubt ist.“
Bilder und Gedanken von Reisenfinden Eingang in die essayistischen Notate, aber auch Persönliches aus Kindheitstagen.Der Grazer Autor öffnet sein „Textlabor“, das eine Sammlung aus Recherchematerialien, Stoffenund Formen umfasst, aus denen Texte entstehen. Der Lyriker und präzise Beobachter, der sein„Brot“ andernorts verdient, regt mit seinem Journal zu einem Perspektivenwechsel, zuKehrtwendungen und dem Erkennen von Widersprüchen an. Vorschnelle Zusammenfassungenvon Beobachtungsergebnissen meidet er und lässt den Leser teilhaben an seiner Gedankenarbeit,mitunter an seinen Zweifeln, die latent beim Schreiben vorhanden sind. Das Stoßen an Grenzen,beim Denken oder Schreiben, definiert er keineswegs als negativ: „es schafft Reibungsflächen, diewiederum zur persönlichen Weiterentwicklung führen“, so der Autor in einem Interview währendder Poesiegalerie am 9.11.2018 in Wien.Das Journal Helwig Brunners sensibilisiert Leser und Leserinnen dazu, Außen- und Innenweltenpräziser wahrzunehmen, eventuell Notate anzufertigen, um Veränderungen zu erkennen. SeineAufzeichnungen wirken entschleunigend, sie bilden einen Gegenpart zur schnelllebigenPostwachstumsgesellschaft, die an jeder Ecke nach Effizienz und Verwertbarkeit schreit.Helwig Brunner, geboren 1967, lebt in Graz, arbeitet als Naturwissenschaftler in einemökologischen Planungsbüro. Er ist Redaktionsmitglied der Zeitschrift Lichtungen und verantwortetdie Reihe keiper-lyrik im Keiper-Verlag! 2019 erscheint von ihm ein dreisprachiger Lyrikband.

Helwig Brunner, geboren 1967, lebt in Graz, arbeitet als Naturwissenschaftler in einem ökologischen Planungsbüro.

Er ist Redaktionsmitglied der Zeitschrift Lichtungen und verantwortetdie Reihe keiper-lyrik im Keiper-Verlag! 2019 erscheint von ihm ein dreisprachiger Lyrikband.

Das Interview mit Helwig Brunner können Sie nachhören unter: https://cba.fro.at/389557
Rezension erschien: in „Die Alternative“, Dezember 2018

Helwig Brunner: Journal der Bilder und Einbildungen.
Essay 68. Graz-Wien: Droschl. 2017. 160 Seiten
ISBN: 9783854209850

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